Die Bibel

Lutherbibel 1912 -

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Kapitel 3

Ermahnung zur Gottesfurcht

1Mein Kind, vergiß meines Gesetzes nicht, und dein Herz behalte meine Gebote. 2Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen; {Sprüche.4,10} 4,10
So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden.
{3 Mose.18,5} 18,5
Darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte. Denn welcher Mensch dieselben tut, der wird dadurch leben; denn ich bin der HERR.
3Gnade und Treue werden dich nicht lassen. Hänge sie an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, {Sprüche.6,21} 6,21
Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals,
{5 Mose.6,8} 6,8
und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein,
{Jeremia.31,33} 31,33
sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein;
4so wirst du Gunst und Klugheit finden, die Gott und Menschen gefällt. {Lukas.2,52} 2,52
Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
5Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand;

6sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. 7Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen. {Jesaja.5,21} 5,21
Weh denen, die bei sich selbst weise sind und halten sich selbst für klug!
8Das wird deinem Leibe gesund sein und deine Gebeine erquicken. {Sprüche.4,22} 4,22
Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe.
9Ehre den HERRN von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens, {2 Mose.23,19} 23,19
Die Erstlinge von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du bringen in das Haus des HERRN, deines Gottes. Und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.
10so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen. 11Mein Kind, verwirf die Zucht des HERRN nicht und sei nicht ungeduldig über seine Strafe. {Hiob.5,17} 5,17
Siehe, selig ist der Mensch, den Gott straft; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.
{Hebräer.12,5} 12,5
und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu Kindern: "Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HERRN und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst.
12Denn welchen der HERR liebt, den straft er, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn. {Offenbarung.3,19} 3,19
Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße!


Wert und Nutzen der Weisheit

13Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt! {Matthäus.13,44} 13,44
Abermals ist gleich das Himmelreich einem verborgenem Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden über denselben und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
14Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; denn ihr Ertrag ist besser als Gold. {Sprüche.8,10} 8,10
Nehmet an meine Zucht lieber denn Silber, und die Lehre achtet höher denn köstliches Gold.
{Sprüche.8,19} 8,19
Meine Frucht ist besser denn Gold und feines Gold und mein Ertrag besser denn auserlesenes Silber.
15Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen. {Matthäus.13,45} 13,45
Abermals ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte.
16Langes Leben ist zu ihrer rechten Hand; zu ihrer Linken ist Reichtum und Ehre. {Sprüche.3,2} 3,2
Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen;
17Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede. 18Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten. 19Denn der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet und durch seinen Rat die Himmel bereitet. {Sprüche.8,24} 8,24
Da die Tiefen noch nicht waren, da war ich schon geboren, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen.
20Durch seine Weisheit sind die Tiefen zerteilt und die Wolken mit Tau triefend gemacht. 21Mein Kind, laß sie nicht von deinen Augen weichen, so wirst du glückselig und klug werden. 22Das wird deiner Seele Leben sein und ein Schmuck deinem Halse. {Sprüche.1,9} 1,9
Denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Hals.
23Dann wirst du sicher wandeln auf deinem Wege, daß dein Fuß sich nicht stoßen wird. 24Legst du dich, so wirst du dich nicht fürchten, sondern süß schlafen, {Psalm.3,6} 3,6
Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR hält mich.
{Psalm.4,9} 4,9
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, daß ich sicher wohne.
25daß du dich nicht fürchten darfst vor plötzlichem Schrecken noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt. 26Denn der HERR ist dein Trotz; der behütet deinen Fuß, daß er nicht gefangen werde. {Sprüche.10,29} 10,29
Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde.


Ermahnung zur Nächstenliebe

27Weigere dich nicht, dem Dürftigen Gutes zu tun, so deine Hand von Gott hat, solches zu tun. 28Sprich nicht zu deinem Nächsten: "Geh hin und komm wieder; morgen will ich dir geben", so du es wohl hast. 29Trachte nicht Böses wider deinen Nächsten, der auf Treue bei dir wohnt. 30Hadere nicht mit jemand ohne Ursache, so er dir kein Leid getan hat. 31Eifere nicht einem Frevler nach und erwähle seiner Wege keinen; 32denn der HERR hat Greuel an dem Abtrünnigen, und sein Geheimnis ist bei den Frommen. {Psalm.25,14} 25,14
Das Geheimnis des HERRN ist unter denen, die ihn fürchten; und seinen Bund läßt er sie wissen.
33Im Hause des Gottlosen ist der Fluch des HERRN; aber das Haus der Gerechten wird gesegnet. 34Er wird der Spötter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben. {Sprüche.1,26} 1,26
so will ich auch lachen in eurem Unglück und eurer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet,
{1 Petrus.5,5} 5,5
Desgleichen, ihr Jüngeren, seid untertan den Ältesten. Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
35Die Weisen werden Ehre erben; aber wenn die Narren hochkommen, werden sie doch zu Schanden.



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