Die Bibel

Lutherbibel 1912 -

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Kapitel 55

Klage über falsche Brüder

1Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel. 2Gott, erhöre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule, 4daß der Feind so schreit und der Gottlose drängt; denn sie wollen mir eine Tücke beweisen und sind mir heftig gram. 5Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen. 6Furcht und Zittern ist mich angekommen, und Grauen hat mich überfallen. 7Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, da ich flöge und wo bliebe! {Psalm.11,1} 11,1
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich traue auf den HERRN. Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Fliehet wie ein Vogel auf eure Berge?
8Siehe, so wollt ich ferne wegfliehen und in der Wüste bleiben. (Sela.) 9Ich wollte eilen, daß ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter. 10Mache ihre Zunge uneins, HERR, und laß sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt. {2 Samuel.17,14} 17,14
Da sprach Absalom und jedermann in Israel: Der Rat Husais, des Arachiten, ist besser denn Ahithophels Rat. Aber der HERR schickte es also, daß der gute Rat Ahithophels verhindert wurde, auf daß der HERR Unheil über Absalom brächte.
11Solches geht Tag und Nacht um und um auf ihren Mauern, und Mühe und Arbeit ist drinnen. 12Schadentun regieret drinnen; Lügen und Trügen läßt nicht von ihrer Gasse. 13Wenn mich doch mein Feind schändete, wollte ich's leiden; und wenn mein Hasser wider mich pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen. 14Du aber bist mein Geselle, mein Freund und mein Verwandter, {Psalm.41,10} 41,10
Auch mein Freund, dem ich mich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich unter die Füße.
{2 Samuel.15,12} 15,12
Absalom aber sandte auch nach Ahithophel, dem Giloniten, Davids Rat, aus seiner Stadt Gilo. Da er nun die Opfer tat, ward der Bund stark, und das Volk lief zu und mehrte sich mit Absalom.
15die wir freundlich miteinander waren unter uns; wir wandelten im Hause Gottes unter der Menge. 16Der Tod übereile sie, daß sie lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen. 17Ich aber will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen. 18Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören. 19Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schafft ihr Ruhe; denn ihrer viele sind wider mich. 20Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibt. (Sela.) Denn sie werden nicht anders und fürchten Gott nicht. {Psalm.102,27} 102,27
Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.
21Sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund. 22Ihr Mund ist glätter denn Butter, und sie haben Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Öl, und sind doch bloße Schwerter. {Jeremia.9,7} 9,7
Ihre falschen Zungen sind mörderische Pfeile; mit ihrem Munde reden sie freundlich gegen den Nächsten, aber im Herzen lauern sie auf ihn.
{Psalm.57,5} 57,5
Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen; die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.
23Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen. {1 Petrus.5,7} 5,7
Alle Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.
24Aber, Gott, du wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube: die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich. {Psalm.102,25} 102,25
Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.




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