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Lutherbibel 1912 -

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Kapitel 21

Hiobs Antwort: Wohlergehen der Gottlosen - Gottes Willkür im Austeilen von Glück und Unglück - Kein Gericht über die Gottlosen

1Hiob antwortete und sprach: 2Hört doch meiner Rede zu und laßt mir das anstatt eurer Tröstungen sein!

3Vertragt mich, daß ich auch rede, und spottet darnach mein! 4Handle ich denn mit einem Menschen? oder warum sollte ich ungeduldig sein? 5Kehrt euch her zu mir; ihr werdet erstarren und die Hand auf den Mund legen müssen. 6Wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an. 7Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu an Gütern? {Psalm.37,-1} 37,-1
Und der HERR wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von dem Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
{Psalm.73,1} 73,1
Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
{Jeremia.12,1} 12,1
HERR, wenn ich gleich mit dir rechten wollte, so behältst du doch recht; dennoch muß ich vom Recht mit dir reden. Warum geht's doch den Gottlosen so wohl und die Verächter haben alles die Fülle?
8Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen. 9Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen. 10Seinen Stier läßt man zu, und es mißrät ihm nicht; seine Kuh kalbt und ist nicht unfruchtbar. 11Ihre jungen Kinder lassen sie ausgehen wie eine Herde, und ihre Knaben hüpfen. 12Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Flöten. 13Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor dem Tode, 14die doch sagen zu Gott: "Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen! {Hiob.22,17} 22,17
die zu Gott sprachen: "Hebe dich von uns! was sollte der Allmächtige uns tun können?"
15Wer ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten? oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?" 16"Aber siehe, ihr Glück steht nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein." {Hiob.22,18} 22,18
so er doch ihr Haus mit Gütern füllte. Aber der Gottlosen Rat sei ferne von mir.
17Wie oft geschieht's denn, daß die Leuchte der Gottlosen verlischt und ihr Unglück über sie kommt? daß er Herzeleid über sie austeilt in seinem Zorn? {Hiob.18,5} 18,5
Und doch wird das Licht der Gottlosen verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten.
{Hiob.18,12} 18,12
Hunger wird seine Habe sein, und Unglück wird ihm bereit sein und anhangen.
18daß sie werden wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführt? {Psalm.1,4} 1,4
Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
19"Gott spart desselben Unglück auf seine Kinder." Er vergelte es ihm selbst, daß er's innewerde. {Hiob.20,10} 20,10
Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.
{2 Mose.20,5} 20,5
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;
20Seine Augen mögen sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen möge er trinken. 21Denn was ist ihm gelegen an seinem Hause nach ihm, wenn die Zahl seiner Monden ihm zugeteilt ist? 22Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet? {Prediger.5,7} 5,7
Siehst du dem Armen Unrecht tun und Recht und Gerechtigkeit im Lande wegreißen, wundere dich des Vornehmens nicht; denn es ist ein hoher Hüter über den Hohen und sind noch Höhere über die beiden.
23Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge, 24sein Melkfaß ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark; 25jener aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie mit Freuden gegessen; 26und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu. {Hiob.3,13} 3,13
So läge ich doch nun und wäre still, schliefe und hätte Ruhe
27Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevles Vornehmen gegen mich. 28Denn ihr sprecht: "Wo ist das Haus des Fürsten? und wo ist die Hütte, da die Gottlosen wohnten?" 29Habt ihr denn die Wanderer nicht befragt und nicht gemerkt ihre Zeugnisse? 30Denn der Böse wird erhalten am Tage des Verderbens, und am Tage des Grimms bleibt er. 31Wer will ihm ins Angesicht sagen, was er verdient? wer will ihm vergelten, was er tut? 32Und er wird zu Grabe geleitet und hält Wache auf seinem Hügel. 33Süß sind ihm die Schollen des Tales, und alle Menschen ziehen ihm nach; und derer, die ihm vorangegangen sind, ist keine Zahl. 34Wie tröstet ihr mich so vergeblich, und eure Antworten finden sich unrecht!



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