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Kapitel 14
Klage über die Nichtigkeit des Menschenlebens - Vergebliches Hoffen auf Trost nach dem Tod
1Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,
2geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.
{Psalm.90,5} 90,5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird,
3Und du tust deine Augen über einen solchen auf, daß du mich vor dir ins Gericht ziehest.
4Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen? Auch nicht einer.
{Psalm.14,3} 14,3 Aber sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
5Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monden steht bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht überschreiten.
{Psalm.31,16} 31,16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.{Psalm.39,5} 39,5 Aber, HERR, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.
6So tu dich von ihm, daß er Ruhe habe, bis daß seine Zeit komme, deren er wie ein Tagelöhner wartet.
{Hiob.7,1} 7,1 Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und sind seine Tage nicht wie eines Tagelöhners?
7Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, daß er sich wieder erneue, und seine Schößlinge hören nicht auf.
8Ob seine Wurzel in der Erde veraltet und sein Stamm im Staub erstirbt,
9so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und wächst daher, als wäre er erst gepflanzt.
10Aber der Mensch stirbt und ist dahin; er verscheidet, und wo ist er?
11Wie ein Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt und vertrocknet,
12so ist ein Mensch, wenn er sich legt, und wird nicht aufstehen und wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden.
{Hiob.7,10} 7,10 und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennt ihn nicht mehr.{Hiob.19,25} 19,25 Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben.
13Ach daß du mich in der Hölle verdecktest und verbärgest, bis dein Zorn sich lege, und setztest mir ein Ziel, daß du an mich dächtest.
{Jesaja.26,20} 26,20 Gehe hin, mein Volk, in deine Kammer und schließ die Tür nach dir zu; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe.{Psalm.27,5} 27,5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirgt mich heimlich in seinem Gezelt und erhöht mich auf einem Felsen,{Psalm.31,21} 31,21 Du verbirgst sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
14Wird ein toter Mensch wieder leben? Alle Tage meines Streites wollte ich harren, bis daß meine Veränderung komme!
{Hiob.7,1} 7,1 Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und sind seine Tage nicht wie eines Tagelöhners?
15Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände.
16Jetzt aber zählst du meine Gänge. Hast du nicht acht auf meine Sünden?
17Du hast meine Übertretungen in ein Bündlein versiegelt und meine Missetat zusammengefaßt.
{Hosea.13,12} 13,12 Die Missetat Ephraims ist zusammengebunden, und seine Sünde ist behalten.
18Zerfällt doch ein Berg und vergeht, und ein Fels wird von seinem Ort versetzt;
19Wasser wäscht Steine weg, und seine Fluten flößen die Erde weg: aber des Menschen Hoffnung ist verloren;
{Römer.5,5} 5,5 Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.
20denn du stößest ihn gar um, daß er dahinfährt, veränderst sein Wesen und lässest ihn fahren.
21Sind seine Kinder in Ehren, das weiß er nicht; oder ob sie gering sind, des wird er nicht gewahr.
22Nur sein eigen Fleisch macht ihm Schmerzen, und seine Seele ist ihm voll Leides.
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