Die Bibel

Elberfelder Bibel 1905 -

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Kapitel 88

Gebet in großer Verlassenheit und Todesnähe

1Jehova, Gott meiner Rettung! des Tages habe ich geschrieen und des Nachts vor dir. 2Es komme vor dich mein Gebet! neige dein Ohr zu meinem Schreien!

3Denn satt ist meine Seele von Leiden, und mein Leben ist nahe am Scheol. 4Ich bin gerechnet zu denen, die in die Grube hinabfahren; ich bin wie ein Mann, der keine Kraft hat; 5Unter den Toten hingestreckt, gleich Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst; denn sie sind von deiner Hand abgeschnitten. 6Du hast mich in die tiefste Grube gelegt, in Finsternisse, in Tiefen. 7Auf mir liegt schwer dein Grimm, und mit allen deinen Wellen hast du mich niedergedrückt. (Sela.) 8Meine Bekannten hast du von mir entfernt, hast mich ihnen zum Greuel gesetzt; ich bin eingeschlossen und kann nicht herauskommen. {Psalm.42,8} 42,8
Des Tages wird Jehova seine Güte entbieten, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.
9Mein Auge verschmachtet vor Elend; zu dir, Jehova, habe ich jeden Tag gerufen, zu dir habe ich meine Hände ausgebreitet. {Psalm.88,19} 88,19
{Psalm.31,12} 31,12
Meiner ist im Herzen vergessen wie eines Gestorbenen; ich bin geworden wie ein zertrümmertes Gefäß.
{Psalm.38,12} 38,12
Und die nach meinem Leben trachten, legen mir Schlingen; und die mein Unglück suchen, reden von Schadentun und sinnen auf Trug den ganzen Tag.
10Wirst du an den Toten Wunder tun? Oder werden die Schatten aufstehen, dich preisen? (Sela.) 11Wird deine Güte erzählt werden im Grabe, im Abgrund deine Treue? {Psalm.6,6} 6,6
Müde bin ich durch mein Seufzen; jede Nacht schwemme ich mein Bett, mache mit meinen Tränen mein Lager zerfließen.
12Werden in der Finsternis bekannt werden deine Wunder, und deine Gerechtigkeit in dem Lande der Vergessenheit? 13Ich aber, Jehova, schreie zu dir, und am Morgen kommt mein Gebet dir zuvor. 14Warum, Jehova, verwirfst du meine Seele, verbirgst dein Angesicht vor mir? 15Elend bin ich und verscheidend von Jugend auf; ich trage deine Schrecken, bin verwirrt. 16Deine Zorngluten sind über mich hingegangen, deine Schrecknisse haben mich vernichtet. 17Sie haben mich umringt wie Wasser den ganzen Tag, sie haben mich umgeben allesamt. 18Freund und Genossen hast du von mir entfernt; meine Bekannten sind Finsternis.



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