Die Bibel

Schlachter Bibel 1951 -

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Kapitel 22

Leiden und Herrlichkeit des Gerechten

1Dem Vorsänger. Auf «Hindin der Morgenröte». Ein Psalm Davids. (22-2) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Du bist weit entfernt davon, mir zu helfen, zu hören auf die Worte meiner Klage! 2(22-3) Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht, und auch des Nachts habe ich keine Ruhe. 3(22-4) Aber du, der Heilige, bleibst Israels Lobgesang! 4(22-5) Auf dich haben unsre Väter vertraut, sie vertrauten auf dich, und du errettetest sie. 5(22-6) Zu dir riefen sie und entkamen, auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. 6(22-7) Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 7(22-8) Alle, die mich sehen, spotten meiner; sie sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: 8(22-9) «Er klage es dem HERRN, der möge ihn befreien; der soll ihn retten, er gefällt ihm ja!» 9(22-10) Ja, du warst meine Stütze von Mutterleib an, meine Zuversicht schon an meiner Mutter Brust. 10(22-11) Auf dich war ich geworfen von Mutterschoß an, vom Leibe meiner Mutter her bist du mein Gott gewesen.

11(22-12) Sei nicht fern von mir! Denn Not ist nahe, und kein Retter ist da. 12(22-13) Es umringen mich große Stiere, mächtige Ochsen von Basan umzingeln mich; 13(22-14) sie sperren ihr Maul gegen mich auf, wie ein reißender und brüllender Löwe. 14(22-15) Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Glieder sind ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem Innern. 15(22-16) Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. 16(22-17) Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern schließt mich ein; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 17(22-18) Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich schadenfroh an. 18(22-19) Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand! 19(22-20) Du aber, o HERR, sei nicht fern; o meine Stärke, eile mir zu Hilfe! 20(22-21) Errette meine Seele von dem Schwert, mich Einsamen von der Gewalt der Hunde! 21(22-22) Errette mich aus dem Rachen des Löwen! Ja, von den Hörnern der Büffel hast du mich erhört! 22(22-23) So will ich deinen Ruhm erzählen meinen Brüdern, inmitten der Gemeinde will ich dich preisen! 23(22-24) Die ihr den HERRN fürchtet, lobet ihn! Ihr alle vom Samen Jakobs, ehret ihn; und scheue dich vor ihm, du ganzer Same Israels! 24(22-25) Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Armen und hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, und da er zu ihm schrie, erhörte er ihn. 25(22-26) Von dir handle mein Loblied in der großen Gemeinde; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten! 26(22-27) Die Elenden sollen essen und satt werden; die den HERRN suchen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben! 27(22-28) Es werden daran gedenken und sich zum HERRN bekehren alle Enden der Erde, und vor dir werden anbeten alle Geschlechter der Heiden. 28(22-29) Denn das Königreich gehört dem HERRN, und er ist Herrscher über die Nationen. 29(22-30) Es werden essen und anbeten alle Großen der Erde; vor ihm werden ihre Knie beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht lebendig erhalten kann. 30(22-31) Ein Same wird ihm dienen, wird dem HERRN als Geschlecht zugezählt werden. 31(22-32) Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er es vollbracht hat.



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