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Kapitel 27
| Lutherbibel 1912 | | Neue evangelistische Übersetzung | Überlieferung an Pilatus
1Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volks einen Rat über Jesus, daß sie ihn töteten.
2Und banden ihn, führten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.
Ende des Judas
3Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereute es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten
{Matthäus.26,15} 26,15 und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge.
| | Judas
1Früh am nächsten Morgen traten die Hohenpriester mit den Ratsältesten zusammen und fassten den offiziellen Beschluss Jesus hinrichten zu lassen.
2Dann ließen sie ihn fesseln, führten ihn ab und übergaben ihn Pilatus.
3Als Judas nun klar wurde, dass sein Verrat zur Verurteilung von Jesus geführt hatte, bereute er seine Tat und brachte den Hohenpriestern und Ältesten die dreißig Silberstücke zurück.
| 4und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe.
5Sie sprachen: Was geht uns das an? Da siehe du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhängte sich selbst.
{Apostelgeschichte.1,18} 1,18 Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn und ist abgestürzt und mitten entzweigeborsten, und all sein Eingeweide ausgeschüttet.
6Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld.
{5 Mose.23,19} 23,19 Du sollst keinen Hurenlohn noch Hundegeld in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen aus irgend einem Gelübde; denn das ist dem HERRN, deinem Gott, beides ein Greuel.
7Sie hielten aber einen Rat und kauften den Töpfersacker darum zum Begräbnis der Pilger.
8Daher ist dieser Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag.
9Da ist erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht: "Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlt war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel,
10und haben sie gegeben um den Töpfersacker, wie mir der HERR befohlen hat."
Anklage vor Pilatus
11Jesus aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es.
12Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Ältesten, antwortete er nicht.
{Matthäus.26,63} 26,63 Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes.{Jesaja.53,7} 53,7 Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.
13Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie hart sie dich verklagen?
14Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also daß der Landpfleger sich verwunderte.
{Johannes.19,9} 19,9 und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.
Freilassung für Barabbas - Todesurteil für Jesus
15Auf das Fest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten.
16Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor anderen, der hieß Barabbas.
17Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus?
18Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
{Johannes.12,19} 12,19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach!
19Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum seinetwegen.
20Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesus umbrächten.
21Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbas.
22Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen!
23Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übles getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen!
24Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu!
{5 Mose.21,6} 21,6 Und alle Ältesten der Stadt sollen herzutreten zu dem Erschlagenen und ihre Hände waschen über die junge Kuh, der im Grunde der Hals gebrochen ist,
25Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.
{Apostelgeschichte.5,28} 5,28 und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr nicht solltet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt dieses Menschen Blut über uns führen.
26Da gab er ihnen Barabbas los; aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde.
Verspottung durch die Soldaten
27Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar
28und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an
29und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König!
30und spieen ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.
{Jesaja.50,6} 50,6 Ich hielt meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften; mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.
31Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm seine Kleider an und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten.
Golgatha: Kreuzigung
32Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trug.
33Und da sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das ist verdeutscht Schädelstätte,
34gaben sie ihm Essig zu trinken mit Galle vermischt; und da er's schmeckte, wollte er nicht trinken.
{Psalm.69,22} 69,22 Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst.
35Da sie ihn aber gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darum, auf daß erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten: "Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen."
{Johannes.19,24} 19,24 Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. (Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: "Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.") Solches taten die Kriegsknechte.
36Und sie saßen allda und hüteten sein.
37Und oben zu seinen Häupten setzten sie die Ursache seines Todes, und war geschrieben: Dies ist Jesus, der Juden König.
38Und da wurden zwei Mörder mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken.
{Jesaja.53,12} 53,12 Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten.
39Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe
{Psalm.22,8} 22,8 Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:
40und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab von Kreuz.
{Matthäus.26,61} 26,61 und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen ihn bauen.{Johannes.2,19} 2,19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.
41Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:
42Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben.
43Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.
{Psalm.22,9} 22,9 "Er klage es dem HERRN; der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm."
44Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren.
Golgatha: Tod
45Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde.
46Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
{Psalm.22,2} 22,2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? ich heule; aber meine Hilfe ist ferne.
47Etliche aber, die dastanden, da sie das hörten, sprachen sie: Der ruft den Elia.
48Und alsbald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn an ein Rohr und tränkte ihn.
{Psalm.69,22} 69,22 Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst.
49Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm helfe.
50Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.
51Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von obenan bis untenaus.
{2 Mose.26,31} 26,31 Du sollst einen Vorhang machen von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand; und sollst Cherubim daran machen von kunstreicher Arbeit.
52Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen,
53und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
54Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahrten Jesus, da sie sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich dieser ist Gottes Sohn gewesen!
55Und es waren viele Weiber da, die von ferne zusahen, die da Jesus waren nachgefolgt aus Galiläa und hatten ihm gedient;
{Lukas.8,2} 8,2 dazu etliche Weiber, die er gesund hatte gemacht von den bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, die da Magdalena heißt, von welcher waren sieben Teufel ausgefahren,
56unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter der Kinder des Zebedäus.
Grablegung
57Am Abend aber kam ein reicher Mann von Arimathia, der hieß Joseph, welcher auch ein Jünger Jesu war.
{5 Mose.21,22} 21,22 Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet, und man hängt ihn an ein Holz,
58Der ging zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesus. Da befahl Pilatus man sollte ihm ihn geben.
59Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand
60und legte ihn in sein eigenes Grab, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon.
{Jesaja.53,9} 53,9 Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei Reichen, da er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat noch Betrug in seinem Munde gewesen ist.
61Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab.
Bewachung des Grabes
62Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilatus
63und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen.
{Matthäus.20,19} 20,19 und werden ihn überantworten den Heiden, zu verspotten und zu geißeln und zu kreuzigen; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.{2 Korinther.6,8} 6,8 durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte: als die Verführer, und doch wahrhaftig;
64Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen dem Volk: Er ist auferstanden von den Toten, und werde der letzte Betrug ärger denn der erste.
65Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahret, wie ihr wisset.
66Sie gingen hin und verwahrten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein.
| | 4"Ich habe gesündigt", sagte er. "Ich habe einen Unschuldigen verraten." "Was geht uns das an?", erwiderten sie, "das ist deine Sache."
5Da nahm Judas das Geld und warf es in den Tempel. Dann ging er weg und erhängte sich.
6Die Hohenpriester nahmen die Silberstücke an sich und sagten: "Das Geld darf man nicht zum Tempelschatz tun, weil Blut daran klebt."
7Sie beschlossen, den sogenannten "Töpferacker" dafür zu kaufen, als Friedhof für die Ausländer.
8Deshalb heißt dieses Stück Land heute noch "Blutacker".
9So erfüllte sich die Voraussage des Propheten Jeremia: "Sie nahmen die dreißig Silberstücke - die Summe, die er den Israeliten wert war -
10und kauften davon den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte."
Pilatus
11Als Jesus dem Statthalter vorgeführt wurde, fragte ihn dieser: "Bist du der König der Juden?" "Ja, es ist so, wie du sagst", erwiderte Jesus.
12Daraufhin brachten die Hohenpriester und Ältesten schwere Beschuldigungen gegen ihn vor. Doch Jesus gab keine Antwort.
13Pilatus fragte ihn: "Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?"
14Aber zu seinem Erstaunen gab Jesus auch ihm keine einzige Antwort.
15Nun war es üblich, dass der Statthalter jedes Jahr zum Passafest einen Gefangenen freiließ, den das Volk selbst bestimmen durfte.
16Damals saß gerade ein berüchtigter Aufrührer namens Jesus Barabbas im Gefängnis.
17Da fragte Pilatus in die Menge, die sich versammelt hatte: "Wen soll ich euch losgeben - Jesus Barabbas oder Jesus, den man den Messias nennt?"
18Er wusste ja, dass sie ihm Jesus nur aus Neid ausgeliefert hatten.
19Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ seine Frau ihm ausrichten: "Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig! Seinetwegen hatte ich heute Nacht einen schlimmen Traum."
20Doch die Hohenpriester und Ratsältesten hetzten die Menge auf, die Freilassung von Barabbas und die Hinrichtung von Jesus zu fordern.
21Der Statthalter fragte: "Wen von beiden soll ich euch freigeben?" "Barabbas!", schrien sie.
22"Was soll ich dann mit Jesus tun, der Messias genannt wird?" "Kreuzigen!", schrien sie alle.
23"Aber warum?", fragte Pilatus. "Was hat er denn verbrochen?" Doch sie schrien nur noch lauter: "Kreuzige ihn!"
24Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte und der Tumult immer schlimmer wurde, ließ er sich Wasser bringen. Vor den Augen der Menge wusch er sich die Hände und sagte: "Ich bin schuldlos am Tod dieses Mannes! Das müsst ihr verantworten!"
25Da schrie das ganze Volk: "Die Schuld an seinem Tod soll auf uns und unsere Kinder fallen!"
26Daraufhin gab Pilatus ihnen den Barabbas frei. Jesus aber ließ er mit der schweren Lederpeitsche geißeln und übergab ihn dann den Soldaten zur Kreuzigung.
Die Soldaten
27Die führten ihn zunächst in den Palast des Statthalters, das sogenannte Prätorium, und riefen die ganze Mannschaft zusammen.
28Sie zogen ihn aus und hängten ihm ein scharlachrotes Gewand um.
29Dann flochten sie eine Krone aus Dornenzweigen und setzten sie ihm auf. Schließlich drückten sie einen Stock in seine rechte Hand, salutierten und riefen: "Sei gegrüßt, König der Juden!"
30Sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock aus der Hand und schlugen ihn damit auf den Kopf.
31Als sie genug davon hatten, ihn zu verspotten, nahmen sie ihm den Umhang wieder ab, zogen ihm seine eigenen Gewänder an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.
32Unterwegs begegnete ihnen ein Mann namens Simon. Er stammte aus Zyrene. Die Soldaten zwangen ihn, das Kreuz für Jesus zu tragen.
33So brachten sie ihn bis zu der Stelle, die Golgota heißt, das bedeutet "Schädelplatz".
34Dann wollten sie ihm Wein zu trinken geben mit einem Zusatz, der bitter war wie Galle. Als er gekostet hatte, wollte er aber nicht davon trinken.
35So nagelten sie ihn ans Kreuz und verlosten dann seine Kleidung unter sich.
36Dann setzten sie sich hin und bewachten ihn.
37Über seinem Kopf hatten sie ein Schild angebracht, auf dem der Grund für seine Hinrichtung stand: "Das ist Jesus, der König der Juden."
38Zusammen mit Jesus kreuzigten sie zwei Verbrecher, einen rechts und einen links von ihm.
Die Leute
39Die Leute, die vorbeikamen, schüttelten den Kopf
40und riefen höhnisch: "Du wolltest ja den Tempel abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen! Rette dich doch selbst! Wenn du Gottes Sohn bist, steig vom Kreuz herab!"
41Auch die Hohenpriester, die Gesetzeslehrer und die Ratsältesten machten sich über ihn lustig.
42"Andere hat er gerettet", riefen sie, "sich selbst kann er nicht retten! Er ist ja der König von Israel. Soll er doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben!
43Er hat auf Gott vertraut, soll der ihm jetzt helfen, wenn er wirklich Freude an ihm hat. Er hat ja gesagt: 'Ich bin Gottes Sohn.'"
44Auch die Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt waren, beschimpften ihn genauso.
Tod
45Um zwölf Uhr mittags wurde der Himmel über dem ganzen Land plötzlich finster. Das dauerte drei Stunden.
46Dann, gegen drei Uhr, schrie Jesus laut: "Eli, Eli lema sabachthani?" Das heißt: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
47Einige der Herumstehenden hörten das und sagten: "Seht, er ruft Elija!"
48Einer von ihnen holte schnell einen Schwamm, tauchte ihn in sauren Wein, steckte ihn auf ein Rohr und hielt ihn Jesus zum Trinken hin.
49"Wartet!", riefen die anderen, "wir wollen doch sehen, ob Elija kommt, um ihn zu retten."
50Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und starb.
51In diesem Augenblick riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde fing an zu beben, Felsen zerrissen
52und Grüfte öffneten sich. Viele verstorbene Heilige wurden auferweckt.
53Nach der Auferstehung von Jesus kamen sie aus ihren Grüften, gingen in die Heilige Stadt und erschienen vielen Menschen.
54Der Hauptmann und die Soldaten, die mit ihm Jesus bewachten, erschraken sehr, als sie das Erdbeben erlebten und die anderen Dinge wahrnahmen. "Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn", sagten sie.
55Es standen auch viele Frauen dort, die von weitem zugesehen hatten. Sie waren Jesus seit der Zeit seines Wirkens in Galiläa gefolgt und hatten ihm gedient.
56Unter ihnen waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, sowie die Mutter der Zebedäussöhne.
Begräbnis
57Als es Abend wurde, kam Josef, ein reicher Mann aus Arimathäa, der auch ein Jünger von Jesus war.
58Er ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam von Jesus. Pilatus ordnete an, Josef den Leib zu überlassen.
59Da nahm Josef ihn, wickelte ihn in reines Leinentuch
60und legte ihn in seine eigene Gruft, die neu aus dem Felsen gehauen war. Bevor er ging, wälzte er den Rollstein vor den Eingang.
61Maria aus Magdala und die andere Maria waren dabei. Sie hatten sich dem Grab gegenüber hingesetzt.
Die Wache
62Am nächsten Tag - es war der Sabbat - kamen die Hohenpriester und Pharisäer bei Pilatus zusammen.
63"Herr", sagten sie, "uns ist eingefallen, dass dieser Verführer, als er noch lebte, behauptet hat: 'Nach drei Tagen werde ich wieder auferstehen.'
64Gib deshalb bitte den Befehl, dass die Gruft bis zum dritten Tag bewacht wird! Sonst könnten seine Jünger kommen und ihn stehlen und dann dem Volk gegenüber behaupten, er sei von den Toten auferstanden. Die zweite Verführung wäre dann noch schlimmer als die erste."
65"Ihr sollt eure Wache haben", erwiderte Pilatus. "Geht und sichert die Gruft so gut ihr könnt!"
66So zogen sie los, versiegelten den Rollstein am Eingang und sicherten das Grab mit der Wache.
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